Wohl kaum eine andere Entdeckung der Neuzeit hat Wissenschaft und Medizin so nachhaltig geprägt wie die Entdeckung der X-Strahlen durch Wilhelm Conrad Röntgen im Jahr 1895.
Mitten in der Altstadt von Remscheid-Lennep, am Gänsemarkt, wurde am 27. März 1845 Wilhelm Conrad Röntgen geboren. Fünfzig Jahre später entdeckte er die X-Strahlen und wurde 1901 mit dem ersten Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Sein Geburtshaus führt zurück an den Anfang dieser Lebensgeschichte – und lädt dazu ein, den Menschen hinter einem Namen kennenzulernen, der heute weltweit bekannt ist.
Das historische Haus mit seiner Schieferfassade und den grünen Fensterläden prägt das Stadtbild Lenneps bis heute. Seit 1982 ist es in die Denkmal-Liste der Stadt Remscheid eingetragen; viele Jahre beherbergte es die Fachbibliothek des Deutschen Röntgen-Museums.
2011 erwarb die Deutsche Röntgengesellschaft das Gebäude und ließ es umfassend sanieren. Entstanden ist ein lebendiger Erinnerungsort , der die Geschichte des Hauses bewahrt und zugleich neue Zugänge eröffnet.
Im Erdgeschoss steht seit der Eröffnung der Ausstellung im März 2019 Röntgens persönliche Geschichte im Mittelpunkt. Die Räume orientieren sich an der historischen Aufteilung um 1840 und führen durch seine Lebensstationen .
Sie erzählen von seiner Familie, seinen Freundschaften und seinen wissenschaftlichen Wegbegleitern. Originale Dokumente, persönliche Erinnerungsstücke und digitale Medien eröffnen vielfältige Einblicke in sein Leben. So ergänzt das Geburtshaus die Angebote des am anderen Ende des Gänsemarkt, 200 Meter entfernt gelegenen Deutschen Röntgen-Museums um einen besonders persönlichen Zugang zu Wilhelm Conrad Röntgen.
Auch der wissenschaftliche Austausch gehört zum Selbstverständnis des Hauses. Im Obergeschoss bieten Tagungsräume mit moderner Medientechnik Raum für Gespräche, gemeinsames Arbeiten und neue Ideen. Eine Lounge mit einer Bibliothek zur frühen Radiologie lädt dazu ein, den Austausch in ruhiger Atmosphäre fortzusetzen.
Der gläserne Wintergarten bietet zusätzlichen Raum für Vorträge, Veranstaltungen und kleinere Sonderausstellungen. So verbindet das Röntgen-Geburtshaus die Erinnerung an Wilhelm Conrad Röntgen mit Begegnung, Austausch und wissenschaftlicher Neugier – ganz im Geist des Menschen, der hier 1845 geboren wurde.