Sanierung

Die Sanierung des Röntgen-Geburtshauses Vom Bücherort zum Erinnerungsort

Die Sanierung des Geburtshauses von Wilhelm Conrad Röntgen in Remscheid-Lennep war ein langjähriges Projekt, das denkmalgerechte Restaurierung, die Bewahrung des wissenschaftlichen Erbes und eine neue öffentliche Nutzung miteinander verband. Von der Übernahme des Gebäudes und den ersten Bestandsaufnahmen über die aufwendige Instandsetzung bis zur Einrichtung der Ausstellung entstand Schritt für Schritt ein Ort, der an Röntgens Leben und Wirken erinnert und zugleich Raum für Begegnung und wissenschaftlichen Austausch bietet. Die folgende Chronologie zeichnet die wichtigsten Stationen dieses Weges nach.

2010

Noch Bibliothek, schon Erinnerungsort: Das Geburtshaus vor dem Neustart

Das Haus dient noch als Fachbibliothek des Deutschen Röntgen-Museums. Am 5. November 2010 besucht eine internationale Gruppe des British Institute of Radiology und der British Society for the History of Radiology das Geburtshaus – ein dokumentierter Blick auf den Zustand unmittelbar vor dem späteren Sanierungsprojekt.

2011

Für einen Euro in eine neue Zukunft: Die DRG übernimmt das Geburtshaus

Die Deutsche Röntgengesellschaft erwirbt das sanierungsbedürftige, denkmalgeschützte Gebäude von der Stadt Remscheid zum symbolischen Preis von einem Euro. Mit dem Erwerb ist die Verpflichtung verbunden, es zu renovieren und öffentlich zugänglich zu machen. Vorgesehen ist eine internationale wissenschaftliche Begegnungsstätte.

2012

Eine Stiftung für Röntgens Haus: Die Sanierung wird organisatorisch aufgestellt

Unter dem Dach der DRG wird die Geburtshaus-Wilhelm-Conrad-Röntgen-Stiftung gegründet. Sie soll Renovierung, Spenden und Sponsoring organisieren. Der Beginn einer denkmalgerechten Renovierung ist für den Herbst geplant.

2013

Entkernt und „durchleuchtet“: Die Schäden am Fachwerk werden sichtbar

Nach dem Rückbau moderner Einbauten und Verkleidungen liegt die historische Konstruktion frei. Bei der offiziellen Baustellenbegehung am 3. Mai 2013 werden unter anderem Schäden und Feuchtigkeit am Gebälk festgestellt. Zugleich wird die grundlegende Bestandsanalyse abgeschlossen. Das Projekt ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht durchfinanziert.

2014

Das historische Gerüst steht wieder: Die Fachwerkinstandsetzung kommt entscheidend voran

Im August sind Rohfußboden und Fachwerkarbeiten im Dach- und Obergeschoss weitgehend abgeschlossen. Anschließend folgen Deckenverstärkung und Arbeiten im Erdgeschoss. Parallel entsteht ein erstes konkretes Konzept für Nutzung und Ausstattung des Hauses.

2015

Finanzierung statt Fertigstellung: 500.000 Euro machen den Weiterbau möglich

Der ursprünglich einmal für 2015 erwartete Bauabschluss wird nicht erreicht. Stattdessen prägen Spendenaktionen, ein erster Spendenlauf, der Film „Röntgen – An X-Ray Journey“ und Förderanträge das Jahr. Bis Jahresende kommen rund 500.000 Euro zusammen. 330.000 Euro werden für den nächsten Bauabschnitt bereitgestellt.

2016

Die Baustelle läuft wieder auf Hochtouren: Das Dach wird dicht

Die Bauarbeiten werden intensiv fortgesetzt. Unter anderem wird im Mai die Dachdämmung eingebracht. Dachstuhl und Dachdeckung gehören zu den wichtigen Außenarbeiten des Jahres. Zugleich nimmt die Finanzierung der späteren Publikumsausstellung Gestalt an: Die NRW-Stiftung sagt 75.000 Euro zu, der Landschaftsverband Rheinland (LVR) unterstützt die museale Neugestaltung des Erdgeschosses mit 50.000 Euro.

2017

Vom Rohbau zum Innenausbau: Historische Fenster und Ausstellung rücken in den Mittelpunkt

Nach den großen Außenarbeiten verlagert sich der Schwerpunkt auf den Innenausbau. Für 22 nach historischem Vorbild rekonstruierte Fenster werden Patenschaften gestartet. Im Frühjahr wird außerdem das Büro von Ulrich Hermanns mit Konzeption, Planung und Umsetzung der Publikumsausstellung beauftragt.

2018

Neue Fenster, neue Schieferfassade: Das Geburtshaus zeigt wieder sein historisches Gesicht

Zum Tag des offenen Denkmals am 8. September 2018 präsentiert sich das Gebäude mit neu eingesetzten Fenstern und renovierter Schieferfassade. Besucher können den Stand des Umbaus besichtigen. Zugleich läuft die technische und gestalterische Umsetzung der Ausstellung für das Erdgeschoss.

2019

Die Türen öffnen sich wieder: „Auf Röntgens Spuren“ startet im Erdgeschoss

Am 27. März, Röntgens 174. Geburtstag, wird die neue Publikumsausstellung eröffnet. Das Erdgeschoss ist damit bereits öffentlich erlebbar, während am Gesamtprojekt – einschließlich weiterer Räume und Wintergarten – bis zur vorgesehenen Gesamteröffnung 2020 weitergearbeitet wird.

2020

Sanierung vollendet – Corona macht aus der Einweihung eine digitale Premiere

Am 27. März 2020 sind die Sanierungsarbeiten nach neun Jahren Projektlaufzeit offiziell beendet. Die für diesen Tag vorgesehene große Wiedereröffnung muss wegen der Pandemie verschoben werden. Am 13. November 2020 wird das frisch sanierte Geburtshaus schließlich digital eröffnet.